Wie funktioniert ein Dialysegerät? Die Dialysemaschine einfach erklärt

Ein betriebsbereites Dialysegerät steht seitlich am leeren Patientenbett in einem Dialysezentrum

Wenn eine Dialyse bevorsteht, wirkt die Maschine neben dem Behandlungsplatz zunächst kompliziert und vielleicht sogar etwas beängstigend. Zahlreiche Schläuche, Anzeigen und Signale werfen viele Fragen auf: Was passiert dort eigentlich mit dem Blut? Welche Aufgabe hat der Filter? Und wie kann eine Dialysemaschine einen Teil der Arbeit übernehmen, die normalerweise unsere Nieren leisten?

Vereinfacht gesagt leitet das Dialysegerät das Blut durch einen speziellen Filter, den sogenannten Dialysator. Dort werden Abfallstoffe und überschüssiges Wasser entfernt. Anschließend fließt das gereinigte Blut wieder zurück in den Körper.

In diesem Beitrag erkläre ich Dir Schritt für Schritt und in möglichst verständlichen Worten, wie ein Dialysegerät aufgebaut ist, wie eine Hämodialyse funktioniert und was die wichtigsten Anzeigen auf dem Monitor bedeuten. Dabei teile ich auch meine persönlichen Erfahrungen aus mittlerweile vielen Jahren an der Dialyse.

Wie funktioniert ein Dialysegerät kurz erklärt?

Bei einer Hämodialyse wird das Blut über einen Gefäßzugang aus dem Körper zur Dialysemaschine geleitet. Eine Blutpumpe transportiert es durch den Dialysator, der als eigentlicher Filter dient. In ihm trennt eine feine, halbdurchlässige Membran das Blut von der Dialyseflüssigkeit. Abfallstoffe und überschüssiges Wasser werden entfernt, während Blutzellen und wichtige größere Bestandteile im Blut verbleiben. Anschließend fließt das gereinigte Blut über einen zweiten Schlauch zurück in den Körper.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Dialysegerät?

Ein Dialysegerät, häufig auch Dialysemaschine oder Hämodialysegerät genannt, wird eingesetzt, wenn die Nieren das Blut nicht mehr ausreichend reinigen können. Es übernimmt einen Teil ihrer lebenswichtigen Aufgaben: Das Gerät unterstützt dabei, Abfallstoffe und überschüssiges Wasser aus dem Blut zu entfernen sowie den Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht zu halten.

Gesunde Nieren arbeiten rund um die Uhr und erfüllen neben der Blutreinigung noch weitere wichtige Aufgaben. Sie sind beispielsweise an der Bildung bestimmter Hormone und an der Regulierung des Blutdrucks beteiligt. Eine Dialysemaschine kann diese Funktionen nicht vollständig ersetzen. Sie übernimmt jedoch einen wesentlichen Teil der Blutreinigung und ermöglicht Menschen mit schwer eingeschränkter Nierenfunktion das Weiterleben.

Dialysemaschine und Dialysator: Was ist der Unterschied?

Im Alltag sprechen wir meist davon, dass die Dialysemaschine das Blut reinigt. Genau genommen findet die eigentliche Reinigung jedoch in einem angeschlossenen Filter statt: dem sogenannten Dialysator.

Die Dialysemaschine steuert und überwacht die Behandlung. Sie bewegt das Blut mithilfe einer Pumpe durch das Schlauchsystem, bereitet die Dialyseflüssigkeit auf und kontrolliert unter anderem den Blutfluss, die Druckverhältnisse, die Temperatur und den geplanten Flüssigkeitsentzug.

Der Dialysator ist dagegen der eigentliche Filter. In seinem Inneren befinden sich Tausende sehr feine Hohlfasern mit einer halbdurchlässigen Membran. Durch diese Fasern fließt das Blut, während auf der anderen Seite die Dialyseflüssigkeit vorbeiströmt. Abfallstoffe und überschüssiges Wasser können die Membran passieren. Blutzellen und wichtige größere Bestandteile bleiben dagegen im Blut.


Wie funktioniert eine Dialysemaschine?

Bei der Hämodialyse wird ein Teil des Blutes aus dem Körper durch ein geschlossenes Schlauchsystem zur Dialysemaschine und anschließend wieder zurückgeleitet. Während dieses Kreislaufs durchströmt das Blut den Dialysator. Dort werden Abfallstoffe und überschüssiges Wasser entfernt.

Die Behandlung läuft vereinfacht in sechs Schritten ab:

1. Das Blut gelangt über einen Gefäßzugang zur Dialysemaschine

Damit das Blut während der Behandlung aus dem Körper zur Dialysemaschine und anschließend wieder zurückfließen kann, wird ein geeigneter Gefäßzugang benötigt. Häufig ist dies ein operativ angelegter Dialyse-Shunt am Arm. Bei einem Shunt werden in der Regel zwei Dialysenadeln verwendet. Über die erste Nadel gelangt das Blut in das Schlauchsystem und wird zur Dialysemaschine geleitet. Über die zweite Nadel fließt es nach der Reinigung wieder in den Körper zurück.

Alternativ kann die Hämodialyse je nach persönlicher und medizinischer Situation über einen Gefäßersatz oder einen Dialysekatheter erfolgen. Welcher Zugang geeignet ist, entscheidet das behandelnde Ärzteteam individuell.

2. Eine Blutpumpe hält das Blut in Bewegung

Eine Pumpe an der Dialysemaschine bewegt das Blut gleichmäßig durch das Schlauchsystem. Die Geschwindigkeit wird als Blutfluss bezeichnet und auf die jeweilige Behandlung abgestimmt. Dabei befindet sich immer nur ein vergleichsweise kleiner Teil des gesamten Blutes außerhalb des Körpers. Das Blut fließt während der Behandlung fortlaufend durch das Schlauchsystem, wird gereinigt und direkt wieder zurückgeführt.

Damit es im Schlauchsystem und im Dialysator nicht gerinnt, wird während der Behandlung häufig ein gerinnungshemmendes Medikament gegeben. Welche Form und Dosierung verwendet wird, hängt von der persönlichen Behandlungssituation ab.

3. Das Blut fließt durch den Dialysator

Anschließend gelangt das Blut in den Dialysator. Dieser längliche Filter enthält Tausende sehr feine Hohlfasern. Ihre Wände bestehen aus einer halbdurchlässigen, auch semipermeabel genannten Membran. Das Blut fließt durch das Innere dieser feinen Fasern. Auf der Außenseite strömt die Dialyseflüssigkeit, die auch Dialysat genannt wird, am Blut vorbei. Blut und Dialyseflüssigkeit kommen dabei nicht direkt miteinander in Kontakt, da sie durch die Membran voneinander getrennt bleiben.

Die Membran besitzt winzige Poren. Durch sie können bestimmte gelöste Stoffe und Wasser hindurchtreten. Blutzellen und größere wichtige Bestandteile des Blutes werden dagegen zurückgehalten.

4. Abfallstoffe gelangen in die Dialyseflüssigkeit

Im Blut eines Menschen mit stark eingeschränkter Nierenfunktion sammeln sich Stoffe an, die gesunde Nieren normalerweise über den Urin ausscheiden. Dazu gehören beispielsweise Harnstoff und andere Stoffwechselprodukte. Zwischen dem Blut und der Dialyseflüssigkeit bestehen unterschiedliche Konzentrationen. Dadurch wandern bestimmte gelöste Stoffe durch die Membran aus dem Blut in die Dialyseflüssigkeit. Dieser Vorgang wird als Diffusion bezeichnet.

Das Blut und die Dialyseflüssigkeit fließen im Dialysator in entgegengesetzte Richtungen. Dieses Gegenstromprinzip unterstützt einen möglichst wirksamen Austausch entlang des gesamten Filters. Die verbrauchte Dialyseflüssigkeit wird anschließend aus dem Gerät abgeleitet.

5. Überschüssiges Wasser wird entfernt

Neben Abfallstoffen kann die Hämodialyse auch Wasser entfernen, das sich seit der vorherigen Behandlung im Körper angesammelt hat. Dieser gezielte Flüssigkeitsentzug wird als Ultrafiltration bezeichnet. Die Dialysemaschine erzeugt dafür einen kontrollierten Druckunterschied an der Membran des Dialysators. Dadurch wird Wasser aus dem Blut auf die Seite der Dialyseflüssigkeit bewegt und anschließend abgeleitet.

Wie viel Flüssigkeit während einer Behandlung entfernt werden soll, wird vor der Dialyse individuell festgelegt. Dabei spielen unter anderem das aktuelle Körpergewicht, das angestrebte Trockengewicht, die Restfunktion der Nieren und der allgemeine Gesundheitszustand eine Rolle. Eine zu schnelle oder zu hohe Flüssigkeitsentnahme kann den Kreislauf belasten. Deshalb kontrolliert das Dialyseteam während der Behandlung regelmäßig den Blutdruck und das persönliche Befinden.

6. Das gereinigte Blut fließt zurück in den Körper

Nachdem das Blut den Dialysator durchlaufen hat, wird es über den zweiten Teil des Schlauchsystems wieder in den Körper zurückgeleitet. Auf diesem Weg überwacht die Dialysemaschine verschiedene Sicherheitswerte. Sie kontrolliert beispielsweise die Druckverhältnisse im Schlauchsystem und prüft, ob sich Luft in der Rückleitung befindet. Erkennt das Gerät eine mögliche Abweichung, löst es einen Alarm aus und kann den Blutfluss automatisch unterbrechen.

Dieser Kreislauf läuft während der gesamten Dialysebehandlung fort: Blut wird aus dem Körper geleitet, im Dialysator gereinigt und anschließend wieder zurückgeführt.

Infografik und Schaubild zur Funktionsweise eines Dialysegeräts mit Gefäßzugang, Blutpumpe, Dialysator, Stoffaustausch, Flüssigkeitsentzug und Rückleitung des gereinigten Blutes

Aufbau und Aufgaben einer Dialysemaschine

Eine Dialysemaschine besteht aus verschiedenen Komponenten, die während der gesamten Behandlung zusammenarbeiten. Dabei reinigt nicht die Maschine selbst das Blut: Die eigentliche Filterung findet im Dialysator statt. Das Gerät sorgt jedoch dafür, dass Blut und Dialyseflüssigkeit zuverlässig durch das System fließen und alle wichtigen Werte kontinuierlich überwacht werden.

Die Blutpumpe

Die Blutpumpe bewegt das Blut gleichmäßig durch das Schlauchsystem und den Dialysator. Dabei wird der Blutfluss individuell eingestellt und während der gesamten Behandlung kontrolliert.

Die Pumpe berührt das Blut nicht direkt. Stattdessen drückt sie von außen in einem gleichmäßigen Rhythmus auf den dafür vorgesehenen Abschnitt des Blutschlauchs. Auf diese Weise wird das Blut durch das geschlossene System transportiert.

Das Blutschlauchsystem

Das Schlauchsystem verbindet den Gefäßzugang mit der Dialysemaschine und dem Dialysator. Eine Leitung führt das noch nicht gereinigte Blut vom Körper zum Dialysator. Über eine zweite Leitung fließt das gereinigte Blut anschließend wieder zurück.

Die Leitungen sind während der Behandlung fest mit den Dialysenadeln oder dem Dialysekatheter verbunden. Klemmen und Sicherheitssensoren helfen dabei, den Blutkreislauf außerhalb des Körpers zu überwachen.

Der Dialysator

Dialysator mit angeschlossenen Blutschläuchen während einer Hämodialyse
Dialysator als Filter einer Dialysemaschine

Der Dialysator ist der eigentliche Filter der Hämodialyse. In seinem Inneren befinden sich Tausende feine Hohlfasern, deren Wände aus einer halbdurchlässigen Membran bestehen.

Durch das Innere der Fasern fließt das Blut. Außerhalb der Fasern strömt die Dialyseflüssigkeit in entgegengesetzter Richtung vorbei. Über die Membran können Abfallstoffe und Wasser ausgetauscht werden, ohne dass sich Blut und Dialyseflüssigkeit direkt vermischen.

Die Dialyseflüssigkeit

Die Dialyseflüssigkeit, auch Dialysat genannt, wird von der Maschine aus aufbereitetem Wasser und speziellen Konzentraten hergestellt. Ihre Zusammensetzung wird an die Behandlung angepasst.

Sie nimmt Stoffe auf, die durch die Membran aus dem Blut gelangen. Gleichzeitig kann ihre Zusammensetzung dabei helfen, bestimmte Stoffe im Blut im gewünschten Gleichgewicht zu halten. Die verbrauchte Dialyseflüssigkeit wird anschließend aus dem Gerät abgeleitet.

Blut und Dialyseflüssigkeit fließen im Dialysator in entgegengesetzte Richtungen. Dieses Gegenstromprinzip unterstützt den Stoffaustausch entlang des gesamten Filters.

Die Steuerung des Flüssigkeitsentzugs

Vor Beginn der Dialyse wird festgelegt, wie viel überschüssige Flüssigkeit während der Behandlung entfernt werden soll. Die Maschine steuert diesen Flüssigkeitsentzug über einen kontrollierten Druckunterschied am Dialysator.

Auf dem Monitor kann das Behandlungsteam unter anderem ablesen, wie viel Flüssigkeit bereits entfernt wurde und welches Ziel für die gesamte Behandlung eingestellt ist.

Die passende Menge wird für jeden Menschen individuell festgelegt. Sie richtet sich beispielsweise nach dem aktuellen Gewicht, dem Trockengewicht, der Restfunktion der Nieren und dem körperlichen Befinden.

Sensoren und Sicherheitssysteme

Während der Behandlung überwacht die Dialysemaschine fortlaufend zahlreiche Werte und Abläufe. Dazu gehören je nach Gerät unter anderem:

  • der Blutfluss,
  • die Druckverhältnisse im Schlauchsystem,
  • die Temperatur und Zusammensetzung der Dialyseflüssigkeit,
  • der eingestellte Flüssigkeitsentzug,
  • mögliche Luftblasen in der Rückleitung
  • und Undichtigkeiten beziehungsweise Blutbestandteile in der abfließenden Dialyseflüssigkeit.

Erkennt das Gerät eine Abweichung, gibt es einen optischen und akustischen Alarm aus. Je nach Ursache können die Blutpumpe angehalten oder die Schlauchleitungen automatisch abgeklemmt werden.

Ein Alarm bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine gefährliche Situation besteht. Häufig reagiert die Maschine bereits auf kleinere Veränderungen, beispielsweise wenn sich der Arm bewegt, ein Schlauch abgeknickt ist oder sich ein Druckwert kurzzeitig verändert. Das Dialyseteam prüft anschließend, wodurch der Alarm ausgelöst wurde.

Der Monitor

Über den Monitor stellt das Dialyseteam die Behandlung ein und verfolgt ihren Verlauf. Dort werden abhängig vom Hersteller und Gerätemodell unterschiedliche Werte angezeigt.

Dazu können beispielsweise der Blutfluss, die Behandlungszeit, der Flüssigkeitsentzug sowie arterielle und venöse Druckwerte gehören. Die Anzeigen helfen dem Behandlungsteam dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und die Dialyse sicher zu begleiten.

Was die wichtigsten Werte auf dem Bildschirm bedeuten, erkläre ich Dir im nächsten Abschnitt genauer.


Welche Werte zeigt ein Dialysegerät an?

Auf dem Monitor einer Dialysemaschine werden zahlreiche Zahlen, Kurven und Symbole angezeigt. Für Menschen, die zum ersten Mal an der Dialyse sind, kann der Bildschirm deshalb zunächst ziemlich unübersichtlich wirken.

Die angezeigten Werte helfen dem Dialyseteam dabei, die Behandlung einzustellen und fortlaufend zu überwachen. Welche Bezeichnungen und Darstellungen zu sehen sind, unterscheidet sich je nach Hersteller, Gerätemodell und gewähltem Dialyseverfahren.

Die folgenden Erklärungen geben Dir daher eine allgemeine Orientierung. Sie sind nicht dazu gedacht, einzelne Werte selbst medizinisch zu beurteilen. Bei Fragen zu Deinen persönlichen Einstellungen oder auffälligen Anzeigen ist immer das Dialyseteam der richtige Ansprechpartner.

Monitor eines Dialysegerätes mit Ansicht der Einstellungen und Fortschritte der Dialysebehandlung
Beispiel für die Anzeigen eines Dialysegeräts: Je nach Hersteller, Gerätemodell und Behandlung können die Darstellung und die angezeigten Werte abweichen.

1. Blutfluss (ml/min)

Der Blutfluss gibt an, wie viel Blut die Blutpumpe innerhalb einer Minute durch das Schlauchsystem und den Dialysator bewegt. Er wird meist in Millilitern pro Minute angegeben.

Ein ausreichender Blutfluss ist wichtig, damit während der vorgesehenen Behandlungszeit genügend Blut durch den Dialysator geleitet und gereinigt werden kann. Die passende Einstellung hängt unter anderem vom Gefäßzugang, der Art der Behandlung und der individuellen ärztlichen Verordnung ab.

Der auf dem Bildschirm angezeigte Wert sagt nicht aus, wie viel Blut sich insgesamt außerhalb des Körpers befindet. Er beschreibt lediglich, welches Blutvolumen rechnerisch innerhalb einer Minute durch das System transportiert wird.

2. Arterieller Druck (ART mmHg)

Der arterielle Druck wird meist in Millimeter Quecksilbersäule, kurz mmHg, angegeben und zeigt die Druckverhältnisse im Abschnitt des Blutschlauchsystems an, der das Blut vom Gefäßzugang zur Blutpumpe beziehungsweise zum Dialysator führt.

Obwohl die Anzeige als „arteriell“ bezeichnet wird, handelt es sich dabei nicht um den Blutdruck in einer Arterie des Körpers. Gemessen wird der Druck in der sogenannten arteriellen Leitung des äußeren Blutkreislaufs.

Je nach Position des Messpunktes liegt dieser Wert häufig im negativen Bereich, weil die Blutpumpe das Blut aus dem Gefäßzugang ansaugt. Veränderungen können beispielsweise entstehen, wenn sich die Lage der Nadel verändert, der Arm bewegt wird, ein Schlauch abgeknickt ist oder der Blutfluss nicht ungehindert möglich ist.

3. Venöser Druck (VEN mmHg)

Der venöse Druck (Millimeter Quecksilbersäule) wird in dem Abschnitt des Schlauchsystems gemessen, durch den das Blut nach dem Dialysator wieder zum Körper zurückfließt.

Auch dieser Wert entspricht nicht dem gewöhnlichen Blutdruck in einer Vene. Er beschreibt den Widerstand innerhalb der venösen Rückleitung des äußeren Blutkreislaufs.

Verändert sich der venöse Druck deutlich, kann dies unterschiedliche Ursachen haben. Dazu gehören beispielsweise eine veränderte Nadellage, ein abgeknickter Schlauch oder ein erhöhter Widerstand im Schlauchsystem beziehungsweise im Dialysator. Das Dialyseteam beurteilt dabei nicht nur einen einzelnen Messwert, sondern vor allem dessen Verlauf und die jeweilige Behandlungssituation.

4. UF-Ziel (ml)

Die Abkürzung „UF“ steht für Ultrafiltration und bezeichnet den gezielten Flüssigkeitsentzug während der Dialyse. Das UF-Ziel gibt an, wie viel Flüssigkeit im Verlauf der gesamten Behandlung entfernt werden soll. Es wird meist in Millilitern oder Litern angezeigt.

Vor der Dialyse wird das aktuelle Körpergewicht ermittelt und mit dem individuell festgelegten Ziel- beziehungsweise Trockengewicht verglichen. Zusätzlich können Getränke oder Flüssigkeiten berücksichtigt werden, die während der Behandlung aufgenommen werden. Das Dialyseteam legt daraus das passende UF-Ziel fest.

Das Trockengewicht ist kein unveränderlicher Wert. Es kann sich beispielsweise durch Veränderungen des Ernährungszustands, Erkrankungen oder andere körperliche Entwicklungen verschieben und muss deshalb regelmäßig überprüft werden.

5. Bereits entfernte Flüssigkeitsmenge (UF-Menge ml)

Auf dem Monitor lässt sich meist erkennen, wie viel Flüssigkeit seit Beginn der Behandlung bereits entfernt wurde. Je nach Gerät kann dieser Wert beispielsweise als UF-Menge oder entzogenes Volumen bezeichnet werden.

Die Anzeige steigt im Verlauf der Behandlung schrittweise an, bis das festgelegte Ziel erreicht ist. Sie zeigt jedoch nicht, ob die Flüssigkeitsentnahme für den Kreislauf gut verträglich ist. Deshalb werden zusätzlich der Blutdruck und das persönliche Befinden kontrolliert.

6. UF-Rate (ml/h)

Die UF-Rate beschreibt, wie schnell Flüssigkeit aus dem Körper entfernt wird. Sie kann je nach Gerät in Millilitern pro Stunde oder bezogen auf das Körpergewicht angezeigt werden.

Wie hoch die Rate eingestellt werden kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem die zu entfernende Flüssigkeitsmenge, die Dauer der Behandlung, das Körpergewicht und die individuelle Kreislaufverträglichkeit.

Wird innerhalb kurzer Zeit sehr viel Flüssigkeit entzogen, kann dies den Kreislauf belasten. Mögliche Beschwerden wie niedriger Blutdruck, Krämpfe, Übelkeit, Schwindel oder starkes Unwohlsein sollten deshalb immer sofort dem Dialyseteam mitgeteilt werden.

7. Behandlungszeit und verbleibende Zeit

Der Monitor zeigt in der Regel an, wie lange die Behandlung bereits läuft oder wie viel Dialysezeit noch verbleibt.

Die Dauer einer Hämodialyse wird individuell ärztlich verordnet. Sie hängt unter anderem von der verbleibenden Nierenfunktion, den Blutwerten, dem Körpergewicht, dem Flüssigkeitsentzug und der notwendigen Reinigungsleistung ab.

Auch wenn das UF-Ziel bereits erreicht wurde, bedeutet dies nicht automatisch, dass die Behandlung beendet werden kann. Neben der Flüssigkeitsentfernung benötigt der Körper ausreichend Zeit, damit Abfallstoffe über den Dialysator aus dem Blut entfernt werden.

8. Blutdruck und Puls

Viele Dialysegeräte sind mit einer Blutdruckmanschette verbunden. Dadurch können Blutdruck und Puls vor, während und nach der Behandlung regelmäßig gemessen und auf dem Monitor angezeigt werden.

Der Blutdruck kann sich während der Dialyse verändern, insbesondere wenn dem Körper Flüssigkeit entzogen wird. Das Dialyseteam betrachtet deshalb sowohl die Messwerte als auch mögliche Beschwerden.

Melde Dich sofort, wenn Dir während der Behandlung schwindelig oder übel wird, Du Krämpfe, Schmerzen, Atemnot, ungewöhnliche Schwäche oder andere Beschwerden bemerkst – unabhängig davon, welche Zahlen auf dem Bildschirm stehen.

9. Temperatur und Leitfähigkeit der Dialyseflüssigkeit

Die Maschine überwacht auch die Dialyseflüssigkeit. Dazu gehören unter anderem ihre Temperatur und die sogenannte Leitfähigkeit.

Anhand der Leitfähigkeit kontrolliert das Gerät indirekt, ob Wasser und Dialysekonzentrate im vorgesehenen Verhältnis gemischt wurden. Weichen Temperatur oder Zusammensetzung von den eingestellten Grenzen ab, gibt die Maschine einen Alarm aus und verhindert, dass ungeeignete Dialyseflüssigkeit durch den Dialysator fließt.

Diese Werte werden normalerweise vom Behandlungsteam kontrolliert und müssen von Patientinnen und Patienten nicht selbst beurteilt werden.

10. Kt/V und andere Angaben zur Dialyseleistung

Je nach Dialysegerät können zusätzlich Werte angezeigt werden, mit denen die Reinigungsleistung der Behandlung eingeschätzt wird. Einer dieser Werte ist das sogenannte Kt/V.

Vereinfacht gesagt setzt der Kt/V-Wert die während der Behandlung erreichte Harnstoffreinigung mit dem Verteilungsvolumen des Körpers in Beziehung. Er kann einen Hinweis darauf geben, ob die vorgesehene Dialysedosis erreicht wurde.

Ein einzelner angezeigter Wert reicht jedoch nicht aus, um die Qualität der Behandlung vollständig zu beurteilen. Das Ärzteteam berücksichtigt zusätzlich unter anderem Laborwerte, die Behandlungsdauer, den Gefäßzugang, die Restfunktion der Nieren und das persönliche Befinden.

11. Blutvolumenüberwachung

Einige Dialysegeräte können Veränderungen des relativen Blutvolumens während der Flüssigkeitsentnahme überwachen. Je nach Hersteller trägt diese Funktion unterschiedliche Bezeichnungen, beispielsweise Blutvolumenmonitoring oder BVM.

Die Anzeige beschreibt nicht einfach, wie viele Milliliter Blut ein Mensch verliert. Sie soll vielmehr Hinweise darauf geben, wie sich die Konzentration des Blutes während des Flüssigkeitsentzugs verändert und wie gut Flüssigkeit aus dem Gewebe in die Blutgefäße nachströmt.

Nicht jede Dialysemaschine nutzt diese Funktion, und die Darstellung unterscheidet sich von Gerät zu Gerät. Ihre Bedeutung sollte deshalb immer anhand des tatsächlich verwendeten Systems erklärt werden.

Warum schwanken die Werte während der Dialyse?

Kleine Veränderungen sind während einer mehrstündigen Behandlung nicht ungewöhnlich. Sie können beispielsweise entstehen durch:

  • eine Bewegung des Arms,
  • eine veränderte Lage der Dialysenadel,
  • einen abgeknickten oder belasteten Schlauch,
  • Husten oder eine Veränderung der Sitzposition,
  • den fortschreitenden Flüssigkeitsentzug
  • oder Veränderungen im Dialysator und Schlauchsystem.

Die Dialysemaschine überwacht die Werte innerhalb festgelegter Grenzen. Werden diese über- oder unterschritten, löst sie einen Alarm aus. Das Dialyseteam prüft dann die Ursache und entscheidet, ob eine Einstellung, die Position des Arms oder ein anderer Teil der Behandlung angepasst werden muss.

Wichtig: Die Zahlen auf dem Monitor sollten nie isoliert betrachtet werden. Entscheidend ist immer das Zusammenspiel aus Behandlungsverlauf, Gefäßzugang, ärztlicher Verordnung und Deinem persönlichen Befinden.


Wie läuft eine Hämodialysebehandlung ab?

Wenn Du zum ersten Mal zu einer Hämodialyse kommst, können die vielen vorbereitenden Schritte und technischen Abläufe ungewohnt wirken. Nach einigen Behandlungen entwickelt sich daraus jedoch meist eine vertraute Routine.

Der genaue Ablauf kann sich je nach Dialysezentrum, Gefäßzugang und persönlicher Behandlung unterscheiden. Grundsätzlich lässt sich eine Hämodialyse aber in mehrere typische Phasen einteilen.

Vorbereitung auf die Dialyse

Vor Beginn der Behandlung wird in der Regel Dein aktuelles Körpergewicht ermittelt. Der Vergleich mit dem individuell festgelegten Trockengewicht hilft dem Dialyseteam dabei, den geplanten Flüssigkeitsentzug festzulegen.

Das Trockengewicht bezeichnet vereinfacht das Körpergewicht, bei dem möglichst keine überschüssige Flüssigkeit mehr im Körper vorhanden ist, der Kreislauf aber dennoch stabil bleibt. Es handelt sich nicht um einen dauerhaft unveränderlichen Wert, sondern muss regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Zusätzlich werden meist der Blutdruck und der Puls gemessen. Je nach Behandlungssituation können weitere Kontrollen hinzukommen. Das Dialyseteam fragt häufig auch danach, wie Du Dich fühlst und ob seit der vorherigen Behandlung Beschwerden aufgetreten sind.

Informiere das Team vor Beginn unbedingt, wenn Du beispielsweise unter folgenden Beschwerden leidest:

  • Atemnot oder ungewöhnlicher Kurzatmigkeit,
  • Schwellungen beziehungsweise Wassereinlagerungen,
  • Fieber oder Anzeichen einer Infektion,
  • Schwindel oder Kreislaufproblemen,
  • Schmerzen am Gefäßzugang
  • oder Veränderungen am Shunt beziehungsweise Katheter.

Kontrolle des Gefäßzugangs

Vor dem Anschließen prüft das Dialyseteam den Gefäßzugang. Bei einem Shunt wird unter anderem darauf geachtet, ob er äußerlich unauffällig ist und ob sich der typische Blutstrom ertasten oder mit einem Stethoskop hören lässt.

Rötungen, Schwellungen, Schmerzen, Überwärmung oder eine ungewöhnliche Veränderung des Shuntgeräusches sollten immer direkt angesprochen werden. Auch wenn sich der Shunt anders anfühlt als gewohnt oder das typische Schwirren nicht mehr wahrnehmbar ist, sollte das Behandlungsteam sofort informiert werden.

Bei einem Dialysekatheter wird besonders auf einen sauberen Verband und mögliche Zeichen einer Entzündung geachtet.

Anschließen an das Dialysegerät

Bei einem Dialyse-Shunt werden meist zwei Nadeln gelegt. Über die sogenannte arterielle Nadel gelangt das Blut aus dem Körper in das Schlauchsystem. Über die venöse Nadel wird das gereinigte Blut anschließend wieder zurückgeführt.

Die Bezeichnungen „arteriell“ und „venös“ beziehen sich in diesem Zusammenhang vor allem auf die Richtung des Blutflusses im äußeren Kreislauf. Beide Nadeln können je nach Shunt in demselben Gefäßzugang liegen.

Nach dem Legen werden die Nadeln sorgfältig fixiert und mit den vorbereiteten Blutschläuchen verbunden. Anschließend startet das Dialyseteam die Blutpumpe zunächst kontrolliert und überwacht, ob das Blut sicher durch das System fließt.

Bei einem Dialysekatheter werden statt Nadeln die beiden vorgesehenen Anschlüsse des Katheters mit dem Schlauchsystem verbunden.

Einstellung der Behandlung

Vor beziehungsweise zu Beginn der Dialyse stellt das Behandlungsteam die ärztlich verordneten Parameter ein. Dazu gehören unter anderem:

  • die vorgesehene Behandlungsdauer,
  • der Blutfluss,
  • der verwendete Dialysator,
  • das festgelegte UF-Ziel,
  • die Zusammensetzung der Dialyseflüssigkeit
  • und gegebenenfalls die Gabe eines gerinnungshemmenden Medikaments.

Diese Einstellungen werden individuell festgelegt. Sie sollten deshalb nicht mit den Werten anderer Patientinnen und Patienten verglichen werden.

Während der Dialyse

Während der Behandlung fließt das Blut fortlaufend durch den Dialysator und anschließend zurück in den Körper. Die Dialysemaschine überwacht dabei zahlreiche Werte und gibt einen Alarm aus, wenn sich etwas außerhalb der eingestellten Grenzen bewegt.

In regelmäßigen Abständen werden Blutdruck und Puls gemessen. Das Dialyseteam kontrolliert außerdem die Schlauchverbindungen, den Gefäßzugang, die Geräteeinstellungen und Dein persönliches Befinden.

Während einer mehrstündigen Dialyse kannst Du – abhängig von Deinem Zustand und den Regeln des Zentrums – beispielsweise lesen, Musik hören, fernsehen, schlafen oder Dich unterhalten. Manche Menschen arbeiten auch am Laptop oder nutzen die Zeit für andere ruhige Beschäftigungen.

Der Arm mit den Dialysenadeln sollte möglichst ruhig und gut sichtbar liegen. Starke Bewegungen können die Position der Nadeln verändern und Druckalarme auslösen. Wie weit Du den Arm bewegen darfst, erklärt Dir das Dialyseteam.

Beschwerden während der Behandlung

Viele Dialysebehandlungen verlaufen ohne größere Probleme. Dennoch können insbesondere durch den Flüssigkeitsentzug Beschwerden auftreten. Dazu gehören beispielsweise:

  • Blutdruckabfall,
  • Schwindel oder Schwäche,
  • Übelkeit,
  • Muskelkrämpfe,
  • Kopfschmerzen,
  • Frieren
  • oder ein allgemeines Unwohlsein.

Melde Beschwerden immer frühzeitig und drücke nicht erst dann die Rufklingel, wenn sie sehr stark geworden sind. Das Dialyseteam kann die Situation beurteilen und je nach Ursache beispielsweise die Lagerung verändern, den Flüssigkeitsentzug anpassen oder weitere Maßnahmen einleiten.

Auch Schmerzen, Brennen oder ein feuchtes Gefühl an den Dialysenadeln sollten sofort angesprochen werden. Die Einstichstellen und Schlauchverbindungen dürfen während der Behandlung nicht eigenständig verändert werden.

Alarme der Dialysemaschine

Wenn die Maschine piept, bedeutet das nicht automatisch, dass eine gefährliche Situation entstanden ist. Das Gerät reagiert sehr empfindlich und kann bereits bei kleineren Veränderungen einen Alarm auslösen.

Mögliche Ursachen sind beispielsweise:

  • eine Bewegung des Arms,
  • eine veränderte Lage der Nadel,
  • ein abgeknickter Schlauch,
  • eine veränderte Druckmessung,
  • eine leere Infusion
  • oder eine notwendige Kontrolle durch das Dialyseteam.

Bleibe möglichst ruhig und versuche nicht, den Alarm selbst am Gerät zu bestätigen oder Einstellungen zu verändern. Das geschulte Personal prüft die Ursache und kümmert sich darum.

Ende der Dialysebehandlung

Nach Ablauf der vorgesehenen Behandlungszeit wird das noch im Schlauchsystem befindliche Blut normalerweise weitgehend in den Körper zurückgeführt. Anschließend stoppt das Dialyseteam die Blutpumpe und trennt Dich vom Gerät.

Bei einem Shunt werden die beiden Dialysenadeln vorsichtig entfernt. Danach müssen die Einstichstellen so lange abgedrückt werden, bis keine Blutung mehr besteht. Wie lange dies dauert, kann von Mensch zu Mensch und von Behandlung zu Behandlung unterschiedlich sein.

Die Einstichstellen werden anschließend mit einem Verband oder Pflaster versorgt. Direkt nach dem Entfernen der Nadeln solltest Du den Shuntarm nicht stark belasten.

Bei einem Dialysekatheter werden die Anschlüsse nach der Behandlung entsprechend den hygienischen Vorgaben versorgt und wieder mit einem sterilen Verband geschützt.

Kontrolle nach der Dialyse

Nach der Behandlung werden meist erneut das Körpergewicht und der Blutdruck kontrolliert. Dadurch lässt sich unter anderem überprüfen, wie viel Flüssigkeit entfernt wurde und ob der Kreislauf stabil ist.

Bevor Du das Dialysezentrum verlässt, solltest Du dem Team mitteilen, wenn Du Dich noch schwindelig, ungewöhnlich schwach oder anderweitig unwohl fühlst. Stehe nach der Behandlung langsam auf, da der Blutdruck vorübergehend niedriger sein kann.

Viele Menschen fühlen sich nach einer Dialyse müde oder erschöpft. Andere können ihren Alltag relativ schnell fortsetzen. Wie die Behandlung vertragen wird, ist sehr individuell und kann auch von Tag zu Tag unterschiedlich sein.


Meine persönliche Erfahrung

Nach so vielen Jahren an der Dialyse sind mir die meisten Abläufe, Geräusche und Anzeigen natürlich längst vertraut. Trotzdem verläuft nicht jede Behandlung gleich. Besonders Blutdruckabfälle gehören bei mir leider zu den Nebenwirkungen, die immer wieder auftreten können. Deshalb finde ich es wichtig, auf den eigenen Körper zu achten und Beschwerden frühzeitig anzusprechen.

Meine Dialyse dauert seit jeher 4,5 Stunden. Diese Behandlungszeit ist mir sehr wichtig, denn neben dem Flüssigkeitsentzug braucht der Körper ausreichend Zeit, damit das Blut gründlich gereinigt werden kann. Auch auf eine gute Dialysequalität und einen möglichst gut funktionierenden Shunt lege ich großen Wert.

Ich interessiere mich deshalb dafür, was die einzelnen Werte auf dem Monitor bedeuten und wie meine Behandlung eingestellt ist. Du musst natürlich nicht jede Zahl sofort verstehen. Aber ich finde, wir sollten uns ruhig mit der Behandlung beschäftigen, die für uns so lebenswichtig ist. Frage nach, wenn Dir etwas unklar ist, und lass Dir die Anzeigen und Einstellungen von Deinem Dialyseteam erklären.

Mit der Zeit ist mein Dialysezentrum für mich fast zu einem zweiten Zuhause geworden. Man kennt das Personal und andere Patientinnen und Patienten, verbringt viele Stunden miteinander und teilt ähnliche Erfahrungen. Das macht die Dialyse nicht immer leicht, aber man merkt: Man ist mit dieser Situation nicht allein.

Die Behandlung nimmt viel Zeit und Energie in Anspruch. Gleichzeitig ermöglicht sie mir, weiterhin für meine Familie da zu sein, meinen Hobbys nachzugehen und aktiv am Leben teilzunehmen. Dafür bin ich trotz aller Einschränkungen dankbar.


Wie lange dauert eine Dialyse und wie oft ist sie notwendig?

Wie lange eine Hämodialyse dauert und wie häufig sie durchgeführt wird, hängt von der persönlichen Behandlungssituation ab. Viele Menschen werden dreimal pro Woche für mehrere Stunden in einem Dialysezentrum behandelt. Dieser Rhythmus ist jedoch nur eine häufige Form der Behandlung und gilt nicht automatisch für alle Patientinnen und Patienten.

Die genaue Dialysedauer wird ärztlich festgelegt. Dabei spielen unter anderem folgende Faktoren eine Rolle:

  • die verbleibende Nierenfunktion,
  • das Körpergewicht,
  • die Blut- und Laborwerte,
  • die Menge der angesammelten Flüssigkeit,
  • die Leistungsfähigkeit des Gefäßzugangs,
  • der verwendete Dialysator
  • und die gewählte Form der Dialyse.

Warum dauert eine Hämodialyse mehrere Stunden?

Das Blut wird während der Behandlung fortlaufend durch den Dialysator geleitet. Dabei kann immer nur ein Teil der im Körper vorhandenen Abfallstoffe und überschüssigen Flüssigkeit auf einmal entfernt werden.

Die mehrstündige Behandlungszeit ist unter anderem notwendig, damit:

  • ausreichend Blut durch den Dialysator fließen kann,
  • Abfallstoffe aus dem Blut und dem Körpergewebe nachströmen können,
  • überschüssige Flüssigkeit möglichst kreislaufschonend entfernt wird
  • und die vorgesehene Dialyseleistung erreicht werden kann.

Eine kürzere Behandlung ist deshalb nicht automatisch angenehmer oder besser. Muss dieselbe Flüssigkeitsmenge in weniger Zeit entfernt werden, kann dies den Kreislauf stärker belasten. Die passende Dauer muss jedoch immer individuell vom behandelnden Ärzteteam festgelegt werden.

Warum kann die Dialyse nicht einfach beendet werden, wenn das Wasser entfernt ist?

Auf dem Monitor lässt sich erkennen, wann das festgelegte Ziel für den Flüssigkeitsentzug erreicht wurde. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass die Dialysebehandlung bereits abgeschlossen ist.

Die Dialyse erfüllt zwei unterschiedliche Hauptaufgaben:

  1. Sie entfernt überschüssiges Wasser aus dem Körper.
  2. Sie entfernt Abfallstoffe und unterstützt den Ausgleich bestimmter gelöster Stoffe im Blut.

Auch wenn das vorgesehene Wasser bereits entzogen wurde, kann daher noch weitere Behandlungszeit für die Blutreinigung notwendig sein.

Gibt es auch andere Dialysezeiten?

Neben der klassischen Hämodialyse im Zentrum gibt es weitere Behandlungsmodelle. Dazu können beispielsweise häufigere, kürzere Behandlungen, längere Nachtdialysen oder eine Heimdialyse gehören.

Welche Variante infrage kommt, hängt unter anderem von der gesundheitlichen Situation, dem Gefäßzugang, den persönlichen Möglichkeiten und dem Angebot des jeweiligen Dialysezentrums ab.

Auch bei der Peritonealdialyse gelten andere Abläufe und Zeitmodelle. Dabei wird das Blut nicht außerhalb des Körpers durch einen Dialysator geleitet, sondern das eigene Bauchfell dient als Filter.

Kann sich die Behandlungsdauer verändern?

Ja. Die notwendige Dialysedauer und die Einstellungen können sich im Laufe der Zeit verändern. Gründe dafür können beispielsweise sein:

  • eine nachlassende Restfunktion der Nieren,
  • veränderte Blutwerte,
  • eine Zu- oder Abnahme des Körpergewichts,
  • Veränderungen am Gefäßzugang,
  • häufige Kreislaufprobleme
  • oder eine veränderte Lebens- und Behandlungssituation.

Deshalb werden die Dialysewerte und der gesundheitliche Zustand regelmäßig kontrolliert. Änderungen an der Behandlungszeit sollten immer gemeinsam mit dem nephrologischen Behandlungsteam besprochen werden.

Die Behandlungsdauer darf nicht eigenständig verkürzt werden. Auch wenn Du Dich während der Dialyse gut fühlst oder das UF-Ziel bereits erreicht ist, benötigt Dein Körper möglicherweise weiterhin Zeit für eine ausreichende Blutreinigung.


Hämodialyse und Peritonealdialyse: Was ist der Unterschied?

Die Hämodialyse ist nicht die einzige Form der Dialyse. Eine weitere wichtige Möglichkeit ist die Peritonealdialyse, die auch Bauchfelldialyse genannt wird.

Beide Verfahren haben das gleiche Ziel: Sie sollen Abfallstoffe und überschüssige Flüssigkeit aus dem Körper entfernen. Der entscheidende Unterschied besteht darin, wo und mithilfe welches Filters die Blutreinigung stattfindet.

Hämodialyse: Das Blut wird außerhalb des Körpers gereinigt

Bei der Hämodialyse fließt das Blut über einen Gefäßzugang durch ein Schlauchsystem aus dem Körper zur Dialysemaschine.

Die eigentliche Reinigung findet im Dialysator statt. Dieser künstliche Filter enthält eine halbdurchlässige Membran, über die Abfallstoffe und überschüssiges Wasser aus dem Blut entfernt werden. Anschließend fließt das gereinigte Blut zurück in den Körper.

Eine Hämodialyse kann in einem Dialysezentrum oder unter bestimmten Voraussetzungen auch als Heimdialyse durchgeführt werden.

Peritonealdialyse: Das Bauchfell dient als Filter

Bei der Peritonealdialyse wird das Blut nicht aus dem Körper zu einer Dialysemaschine geleitet. Stattdessen dient das eigene Bauchfell, medizinisch Peritoneum genannt, als natürliche Filtermembran.

Über einen dauerhaft in den Bauch eingesetzten Katheter wird eine spezielle Dialyseflüssigkeit in die Bauchhöhle geleitet. Abfallstoffe und überschüssiges Wasser gelangen aus den Blutgefäßen des Bauchfells in diese Flüssigkeit.

Nach einer bestimmten Verweildauer wird die verbrauchte Dialyseflüssigkeit wieder aus dem Bauchraum abgelassen und durch frische Flüssigkeit ersetzt.

Wird bei der Peritonealdialyse ebenfalls ein Gerät verwendet?

Das hängt von der gewählten Form der Peritonealdialyse ab.

Bei der kontinuierlichen ambulanten Peritonealdialyse, kurz CAPD, wird die Dialyseflüssigkeit mehrmals täglich von Hand ausgetauscht. Dafür ist normalerweise keine Dialysemaschine wie bei der Hämodialyse notwendig.

Bei der automatisierten Peritonealdialyse, kurz APD, übernimmt meist nachts ein sogenannter Cycler den automatischen Austausch der Dialyseflüssigkeit.

Ein Cycler ist jedoch keine Hämodialysemaschine. Er pumpt kein Blut durch einen außerhalb des Körpers liegenden Dialysator, sondern steuert lediglich den Austausch der Flüssigkeit im Bauchraum.

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick

Hämodialyse Peritonealdialyse
Das Blut wird außerhalb des Körpers gereinigt. Das Blut bleibt während der Reinigung im Körper.
Ein Dialysator dient als künstlicher Filter. Das eigene Bauchfell dient als Filtermembran.
Ein Gefäßzugang wie Shunt oder Katheter ist notwendig. Ein Katheter im Bauchraum ist notwendig.
Eine Dialysemaschine steuert den Blutkreislauf und die Behandlung. Der Flüssigkeitsaustausch erfolgt manuell oder mit einem Cycler.
Die Behandlung erfolgt häufig mehrmals pro Woche für mehrere Stunden. Die Behandlung beziehungsweise der Flüssigkeitsaustausch erfolgt normalerweise täglich.

Welche Dialyseform ist besser?

Pauschal lässt sich nicht sagen, dass eines der beiden Verfahren grundsätzlich besser ist. Beide haben unterschiedliche Vor- und Nachteile und wirken sich verschieden auf den Alltag aus.

Welche Dialyseform infrage kommt, hängt unter anderem ab von:

  • der persönlichen gesundheitlichen Situation,
  • vorhandenen Begleiterkrankungen,
  • der Restfunktion der Nieren,
  • den körperlichen Voraussetzungen,
  • dem häuslichen Umfeld
  • und den eigenen Wünschen und Möglichkeiten.

Die Entscheidung sollte gemeinsam mit dem nephrologischen Behandlungsteam getroffen werden. Manche Menschen können zwischen mehreren Verfahren wählen, bei anderen sprechen medizinische Gründe eher für eine bestimmte Form.

Merksatz: Bei der Hämodialyse übernimmt ein Dialysator außerhalb des Körpers die Filterung. Bei der Peritonealdialyse wird das eigene Bauchfell als Filter genutzt.


Wie fühlt sich eine Dialyse an?

Vor der ersten Dialyse fragen sich viele Menschen, ob die Behandlung schmerzhaft ist und wie sie sich während der mehreren Stunden an der Maschine fühlen werden. Darauf gibt es keine Antwort, die für alle gleich ist. Jeder Mensch erlebt die Dialyse etwas anders, und auch bei derselben Person kann sich eine Behandlung von Tag zu Tag unterschiedlich anfühlen.

Die eigentliche Blutreinigung im Dialysator ist normalerweise nicht direkt zu spüren. Wahrnehmbar sind eher das Legen der Nadeln, der Flüssigkeitsentzug, die längere Behandlungszeit und mögliche Veränderungen des Kreislaufs.

Tut das Anschließen an die Dialyse weh?

Bei einem Dialyse-Shunt werden üblicherweise zwei Nadeln in den Gefäßzugang gelegt. Die Einstiche können unangenehm oder schmerzhaft sein. Wie stark sie wahrgenommen werden, hängt unter anderem von der persönlichen Schmerzempfindlichkeit, der Einstichstelle und der Erfahrung beim Punktieren ab.

Für manche Menschen werden die Einstiche mit der Zeit vertrauter. Andere empfinden sie auch nach vielen Behandlungen weiterhin als belastend. Sprich mit Deinem Dialyseteam, wenn Du große Angst vor den Nadeln hast oder die Einstiche regelmäßig besonders schmerzhaft sind.

Bei einem Dialysekatheter müssen für die Behandlung normalerweise keine neuen Nadeln gelegt werden. Dafür erfordert der Katheter eine besonders sorgfältige hygienische Versorgung, da er eine mögliche Eintrittsstelle für Krankheitserreger darstellt.

Spürt man, wie das Blut den Körper verlässt?

Das Blut fließt während der Behandlung kontinuierlich durch ein geschlossenes Schlauchsystem zum Dialysator und wieder zurück. Diesen Blutfluss spüren die meisten Menschen nicht unmittelbar.

Die Vorstellung, dass sich Blut außerhalb des Körpers befindet, kann anfangs dennoch beunruhigend sein. Tatsächlich befindet sich immer nur ein begrenzter Teil des gesamten Blutvolumens gleichzeitig im Schlauchsystem und im Dialysator. Auch der Reinigungsvorgang selbst ist normalerweise nicht zu fühlen. Abfallstoffe und Flüssigkeit werden nicht plötzlich, sondern über die gesamte Behandlungszeit kontrolliert entfernt.

Wie fühlt sich der Flüssigkeitsentzug an?

Wenn sich zwischen zwei Behandlungen Wasser im Körper angesammelt hat, wird dieses während der Dialyse schrittweise entfernt. Viele Menschen bemerken davon zunächst nichts. Wird dem Kreislauf jedoch mehr Flüssigkeit entzogen, als schnell genug aus dem Gewebe in die Blutgefäße nachströmen kann, können Beschwerden auftreten. Dazu gehören beispielsweise:

  • Schwindel
  • niedriger Blutdruck
  • Übelkeit
  • Schwäche oder Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Muskelkrämpfe
  • Frieren
  • Unruhe
  • oder ein plötzliches allgemeines Unwohlsein

Diese Beschwerden müssen nicht bei jeder Behandlung auftreten. Wie gut der Flüssigkeitsentzug vertragen wird, hängt unter anderem von der zu entfernenden Menge, der Behandlungsdauer, dem Körpergewicht und der persönlichen Kreislaufsituation ab. Melde Dich sofort beim Dialyseteam, wenn Du Dich während der Behandlung anders oder schlechter fühlst als gewöhnlich. Warte nicht darauf, dass die Beschwerden von allein verschwinden oder stärker werden.

Warum frieren manche Menschen während der Dialyse?

Viele Patientinnen und Patienten berichten, dass ihnen während der Behandlung kalt wird. Dafür kann es verschiedene Gründe geben. Unter anderem fließt das Blut durch ein Schlauchsystem außerhalb des Körpers, und auch Veränderungen des Kreislaufs können das Kälteempfinden beeinflussen.

Warme Kleidung, eine Decke oder warme Socken können helfen. Heizkissen oder andere Wärmequellen sollten jedoch nur nach Rücksprache mit dem Dialyseteam verwendet werden, damit Nadeln und Schlauchsystem weiterhin sicher kontrolliert werden können.

Kann man während der Dialyse schlafen?

Viele Menschen schlafen zeitweise während der Behandlung. Grundsätzlich ist das häufig möglich, solange der Gefäßzugang, die Schläuche und insbesondere der Arm mit den Dialysenadeln sicher liegen und vom Personal kontrolliert werden können.

Der Shuntarm sollte möglichst ruhig und sichtbar bleiben. Er darf nicht unter dem Körper oder einer schweren Decke eingeklemmt werden. Besprich am besten mit dem Dialyseteam, welche Liege- oder Schlafposition für Dich geeignet ist.

Wie fühlt man sich nach der Dialyse?

Auch nach der Behandlung gibt es große Unterschiede. Manche Menschen fühlen sich relativ fit und können ihren Alltag weitgehend wie gewohnt fortsetzen. Andere sind für einige Stunden müde, erschöpft oder kreislaufempfindlich. Nach der Dialyse können beispielsweise auftreten:

  • Müdigkeit oder Erschöpfung
  • niedriger Blutdruck
  • Schwindel beim Aufstehen
  • Durst
  • Muskelkrämpfe
  • oder Druckempfindlichkeit an den Einstichstellen

Stehe nach der Behandlung langsam auf und sage dem Dialyseteam Bescheid, wenn Du Dich unsicher oder unwohl fühlst. Besonders nach Kreislaufproblemen solltest Du das Zentrum nicht verlassen, ohne dass sich Dein Zustand stabilisiert hat.

Wie viel Erholung Du nach einer Dialyse benötigst, ist individuell. Manche Menschen planen bewusst eine Ruhephase ein, andere fühlen sich mit leichter Bewegung oder einer kleinen Mahlzeit wohler.

Angst vor der ersten Dialyse ist verständlich

Die erste Behandlung kann emotional belastend sein. Die ungewohnte Umgebung, die Nadeln, das Gerät und die Vorstellung einer dauerhaften Therapie können Angst, Traurigkeit, Wut oder Überforderung auslösen. Du musst Dich deshalb nicht sofort sicher oder positiv fühlen. Es ist vollkommen verständlich, wenn Du Zeit brauchst, um Dich an die neue Situation zu gewöhnen.

Folgende Dinge können den Einstieg erleichtern:

  • Lass Dir die einzelnen Schritte vor der Behandlung erklären.
  • Frage nach, wenn Du eine Anzeige oder einen Alarm nicht verstehst.
  • Sprich offen über Ängste und körperliche Beschwerden.
  • Bitte eine vertraute Person, Dich zu einem Aufklärungsgespräch zu begleiten.
  • Tausche Dich mit anderen Betroffenen aus, wenn Dir das guttut.
  • Nimm psychosoziale Unterstützung in Anspruch, wenn Dich die Situation stark belastet.

Mit der Zeit werden viele Abläufe vertrauter. Das bedeutet jedoch nicht, dass Du jede Belastung allein aushalten musst. Dein Dialyseteam ist nicht nur für die technischen Einstellungen zuständig, sondern auch Ansprechpartner bei Unsicherheit, Angst und Beschwerden.

Wichtig: Plötzliche Atemnot, Brustschmerzen, starke Schmerzen, ungewöhnliche Schwäche oder andere schwere Beschwerden müssen sofort dem Dialyseteam gemeldet werden.


Warum piept eine Dialysemaschine?

Eine Dialysemaschine überwacht während der gesamten Behandlung zahlreiche Werte und Abläufe. Sobald sich etwas außerhalb der eingestellten Grenzen bewegt, gibt das Gerät einen optischen und akustischen Alarm aus.

Das Piepen bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine gefährliche Situation entstanden ist. Die Maschine reagiert bewusst sehr empfindlich, damit Veränderungen möglichst früh erkannt und überprüft werden können.

Häufige Gründe für einen Alarm

Ein Alarm kann beispielsweise ausgelöst werden, wenn:

  • sich der Arm mit den Dialysenadeln bewegt
  • sich die Lage einer Nadel verändert
  • ein Schlauch abgeknickt oder belastet wird
  • sich der arterielle oder venöse Druck verändert
  • der Blutfluss kurzzeitig nicht wie vorgesehen verläuft
  • eine Infusion oder ein Medikament verabreicht wird
  • die Blutdruckmessung beginnt
  • die Dialyseflüssigkeit kontrolliert werden muss
  • oder die Maschine eine andere technische Abweichung erkennt.

Auch ganz alltägliche Bewegungen, Husten oder eine veränderte Sitzposition können manche Messwerte kurzzeitig beeinflussen.

Was passiert bei einem Alarm?

Je nach Ursache kann die Dialysemaschine automatisch reagieren. Sie kann beispielsweise:

  • die Blutpumpe anhalten
  • eine Schlauchklemme schließen
  • die Dialyseflüssigkeit vom Dialysator wegführen
  • oder das Dialyseteam durch ein deutliches Signal aufmerksam machen.

Das Personal prüft anschließend die angezeigte Meldung, kontrolliert die Schläuche, den Gefäßzugang und die Geräteeinstellungen und entscheidet, welche Maßnahme notwendig ist.

Was solltest Du tun, wenn die Maschine piept?

Bleibe möglichst ruhig und versuche nicht, den Alarm selbst am Gerät zu bestätigen oder Einstellungen zu verändern.

Achte darauf, den Arm mit den Dialysenadeln nicht unnötig zu bewegen. Wenn Du gleichzeitig Schmerzen, Schwindel, Übelkeit, Atemnot, ein feuchtes Gefühl an der Einstichstelle oder andere Beschwerden bemerkst, informiere das Dialyseteam sofort.

Mit der Zeit wirst Du wahrscheinlich feststellen, dass viele Alarme schnell behoben werden können. Trotzdem sollte jedes Signal von einer geschulten Fachkraft überprüft werden.

Merksatz: Die Dialysemaschine piept nicht nur bei Gefahren. Häufig macht sie das Personal bereits auf kleine Veränderungen aufmerksam, damit die Behandlung sicher weiterlaufen kann.


FAQ

Häufige Fragen zu Dialysegerät und Hämodialyse

Wie viel Blut befindet sich während der Dialyse außerhalb des Körpers?

Während der Hämodialyse befindet sich immer nur ein begrenzter Teil des Blutes gleichzeitig im Schlauchsystem und im Dialysator. Das Blut fließt kontinuierlich aus dem Körper, wird gereinigt und direkt wieder zurückgeführt. Wie groß das Blutvolumen außerhalb des Körpers genau ist, hängt unter anderem vom verwendeten Schlauchsystem und Dialysator ab. Bei Kindern und sehr leichten Personen wird besonders darauf geachtet, dass dieses Volumen zur Körpergröße und zum Gesamtblutvolumen passt.

Vermischen sich Blut und Dialyseflüssigkeit?

Nein. Blut und Dialyseflüssigkeit bleiben im Dialysator durch eine halbdurchlässige Membran voneinander getrennt. Bestimmte gelöste Stoffe und Wasser können diese Membran passieren. Blutzellen und größere Eiweiße bleiben dagegen normalerweise im Blut. Die beiden Flüssigkeiten fließen also dicht aneinander vorbei, ohne sich direkt miteinander zu vermischen.

Welche Stoffe entfernt ein Dialysegerät aus dem Blut?

Bei der Hämodialyse werden unter anderem Stoffwechselprodukte wie Harnstoff und Kreatinin sowie überschüssige Elektrolyte und Flüssigkeit entfernt. Welche Stoffe in welchem Umfang ausgetauscht werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören beispielsweise die Zusammensetzung der Dialyseflüssigkeit, der verwendete Dialysator, der Blutfluss und die Dauer der Behandlung. Die Dialyse entfernt jedoch nicht einfach alle Stoffe, die sich im Blut befinden. Ihre Einstellungen werden so gewählt, dass wichtige Bestandteile möglichst im Körper verbleiben und bestimmte Werte ausgeglichen werden.

Ersetzt die Dialysemaschine die Nieren vollständig?

Nein. Die Hämodialyse übernimmt einen Teil der Aufgaben gesunder Nieren, kann sie aber nicht vollständig ersetzen. Sie hilft dabei, Abfallstoffe und überschüssiges Wasser zu entfernen sowie bestimmte Elektrolyte und den Säure-Basen-Haushalt zu regulieren. Gesunde Nieren erfüllen darüber hinaus weitere Aufgaben, beispielsweise bei der Hormonbildung, Blutdruckregulation und Blutbildung. Deshalb benötigen viele Dialysepatientinnen und -patienten zusätzlich Medikamente und regelmäßige ärztliche Kontrollen.

Warum werden bei einem Dialyse-Shunt zwei Nadeln verwendet?

Über die erste Nadel wird das Blut aus dem Shunt in das Schlauchsystem und zum Dialysator geleitet. Über die zweite Nadel fließt das gereinigte Blut wieder zurück in den Körper. Die Nadeln werden mit ausreichend Abstand zueinander platziert, damit möglichst wenig bereits gereinigtes Blut direkt wieder angesaugt wird. Die genaue Lage richtet sich nach dem Verlauf und Zustand des Shunts.

Kann das gesamte Blut während einer Behandlung gereinigt werden?

Das Blut fließt während der Dialyse mehrfach durch den Dialysator. Trotzdem lässt sich die Behandlung nicht so verstehen, als würde das Blut einmal vollständig hindurchlaufen und wäre danach dauerhaft sauber. Abfallstoffe befinden sich nicht nur im Blut, sondern auch im Gewebe und in anderen Körperbereichen. Während der Behandlung gelangen sie nach und nach zurück in die Blutbahn und können anschließend über den Dialysator entfernt werden. Deshalb benötigt die Blutreinigung ausreichend Zeit.

Warum fühlt man sich nach der Dialyse manchmal erschöpft?

Eine Hämodialyse beansprucht den Körper. Während der Behandlung verändern sich unter anderem das Flüssigkeitsvolumen und die Konzentration verschiedener gelöster Stoffe im Blut. Besonders ein größerer oder schneller Flüssigkeitsentzug kann den Kreislauf belasten. Dadurch können nach der Behandlung Müdigkeit, Schwäche, niedriger Blutdruck oder Schwindel auftreten. Wie stark diese Beschwerden sind, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Häufige oder besonders starke Beschwerden sollten mit dem Dialyseteam besprochen werden.

Kann man während der Dialyse essen und trinken?

Ob und in welchem Umfang Essen und Trinken während der Behandlung erlaubt oder sinnvoll ist, hängt vom Dialysezentrum und der persönlichen gesundheitlichen Situation ab. Größere Mahlzeiten können während der Dialyse den Kreislauf zusätzlich belasten, weil für die Verdauung mehr Blut benötigt wird. Auch Getränke müssen bei der festgelegten Trinkmenge und dem Flüssigkeitsentzug berücksichtigt werden. Halte Dich deshalb an die Empfehlungen Deines Dialyseteams und frage nach, welche Regelung für Dich gilt.

Was passiert, wenn während der Dialyse der Strom ausfällt?

Dialysegeräte und Dialysezentren verfügen über Sicherheitsvorkehrungen für technische Störungen. Bei einem Stromausfall stoppt die Maschine die Behandlung beziehungsweise versetzt wichtige Funktionen in einen sicheren Zustand und löst einen Alarm aus. Das geschulte Personal übernimmt anschließend die notwendigen Schritte. Je nach Situation kann das Blut aus dem Schlauchsystem zurückgeführt oder die Behandlung nach Wiederherstellung der Versorgung fortgesetzt werden. Patientinnen und Patienten sollten in einer solchen Situation nicht selbst am Gerät oder an den Schlauchleitungen eingreifen.

Kann eine Dialysemaschine Fehler machen?

Dialysegeräte sind mit zahlreichen Sensoren und Sicherheitssystemen ausgestattet. Sie überwachen unter anderem die Druckverhältnisse, den Blutfluss, die Dialyseflüssigkeit und die Rückleitung des Blutes. Technische Abweichungen können dennoch auftreten. Deshalb werden die Geräte regelmäßig gewartet und vor jeder Behandlung überprüft. Zusätzlich kontrolliert das Dialyseteam die Maschine und den Behandlungsverlauf. Die Sicherheit beruht also nicht allein auf dem Gerät, sondern auf dem Zusammenspiel aus Technik, regelmäßiger Wartung und geschultem Personal.

Darf ich die Werte auf dem Dialysegerät selbst verändern?

Nein. Einstellungen an der Dialysemaschine dürfen nur durch geschultes Fachpersonal vorgenommen werden. Auch wenn Du Deine persönlichen Werte mit der Zeit gut kennst, können Veränderungen unterschiedliche Ursachen haben. Ein einzelner Wert lässt sich oft nur zusammen mit dem gesamten Behandlungsverlauf, dem Gefäßzugang und Deinem aktuellen Befinden richtig beurteilen. Sprich das Dialyseteam an, wenn Dir eine Anzeige ungewöhnlich vorkommt oder Du Fragen zu Deinen Einstellungen hast.

Was sollte ich tun, wenn ich während der Dialyse Beschwerden bekomme?

Informiere das Dialyseteam sofort. Das gilt auch dann, wenn die Beschwerden zunächst nur leicht erscheinen. Melde insbesondere: Schwindel oder starke Schwäche, Übelkeit, Muskelkrämpfe, Schmerzen, Atemnot, Brustbeschwerden, plötzliches Frieren, ein feuchtes oder warmes Gefühl an der Einstichstelle oder ein ungewöhnliches Unwohlsein. Je früher das Team Bescheid weiß, desto schneller kann es die Ursache prüfen und geeignete Maßnahmen einleiten.


Fazit: Eine Dialysemaschine übernimmt einen Teil der Nierenarbeit

Eine Dialysemaschine wirkt auf den ersten Blick kompliziert. Hinter den vielen Schläuchen, Anzeigen und Signalen steckt jedoch ein klarer Ablauf: Das Blut wird über einen Gefäßzugang aus dem Körper geleitet, mithilfe einer Blutpumpe durch den Dialysator bewegt und anschließend wieder zurückgeführt.

Die eigentliche Reinigung findet im Dialysator statt. Dort trennt eine halbdurchlässige Membran das Blut von der Dialyseflüssigkeit. Abfallstoffe und überschüssiges Wasser können die Membran passieren, während Blutzellen und wichtige größere Bestandteile im Blut verbleiben. Die Dialysemaschine steuert und überwacht diesen gesamten Vorgang und reagiert mit einem Alarm, wenn sich Werte außerhalb der eingestellten Grenzen bewegen.

Eine Hämodialyse kann nicht alle Aufgaben gesunder Nieren ersetzen. Sie übernimmt jedoch einen lebenswichtigen Teil ihrer Arbeit und hilft dabei, den Körper von Abfallstoffen und überschüssiger Flüssigkeit zu entlasten.

Gerade vor den ersten Behandlungen ist es völlig verständlich, wenn die Maschine, die Nadeln und die ungewohnte Umgebung Angst machen. Du musst nicht sofort jede Anzeige und jeden technischen Begriff verstehen. Lass Dir die einzelnen Schritte erklären, stelle Fragen und sprich Beschwerden oder Unsicherheiten frühzeitig an.

Mit der Zeit werden Dir viele Abläufe wahrscheinlich vertrauter. Gleichzeitig bleibt jede Dialyse individuell. Die Einstellungen, die Behandlungsdauer und der Flüssigkeitsentzug werden deshalb immer an Deine persönliche Situation angepasst.

Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass die Dialyse viel Zeit und Kraft kosten kann. Sie gibt mir aber auch die Möglichkeit, weiterhin für meine Familie da zu sein, meinen Interessen nachzugehen und aktiv am Leben teilzunehmen.

Dieser Beitrag verbindet persönliche Erfahrungen mit sorgfältig recherchierten Informationen. Er ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Fragen zu Deiner Behandlung, Deinen Werten oder Beschwerden wende Dich bitte immer an Dein nephrologisches Behandlungsteam.

Eure Tanni


Weitere Informationen rund um die Dialyse

Du möchtest noch mehr über den Alltag mit der Dialyse erfahren? In den folgenden Beiträgen findest Du weitere verständliche Informationen und persönliche Erfahrungen zu häufigen Fragen rund um Shunt, Beschwerden, Trinkmenge und Reisen.

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